Der kreative Kopf hinter Fallout: London stellt offen infrage, ob Bethesda der Fallout-Reihe noch gerecht wird. Seine Kritik zielt auf Ton, Texte und die kreative Ausrichtung der jüngeren Serienteile.
Der kreative Kopf hinter Fallout: London stellt offen infrage, ob Bethesda der Fallout-Reihe noch gerecht wird. Seine Kritik zielt auf Ton, Texte und die kreative Ausrichtung der jüngeren Serienteile.
In einem Interview mit ESPORTS.net äußerte Dean Carter, Projektleiter der ambitionierten Total-Conversion Fallout: London, erhebliche Zweifel an der zukünftigen Ausrichtung der Fallout-Franchise. Zwar betont Carter seinen Respekt für Bethesda, gleichzeitig sieht er die Marke jedoch an einem kritischen Wendepunkt angekommen.
Seiner Einschätzung nach habe sich die Reihe über mehrere Teile hinweg in eine Richtung entwickelt, die viele langjährige Fans entfremdet. Carter stellt offen die Frage, ob es nicht an der Zeit wäre, die Verantwortung für Fallout an ein anderes Studio zu übergeben, um der Serie neue kreative Impulse zu verleihen.
Besonders deutlich wird Carter in einer zentralen Aussage des Interviews:
„Ich glaube, es ist an der Zeit, sich zurückzuziehen und den Verkauf Ihrer IP in Betracht zu ziehen, denn die Leute mögen die Franchise, aber ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob sie in den richtigen Händen ist, und es tut mir wirklich weh, das zu sagen, weil ich Bethesda liebe.“
Seine Kritik richtet sich dabei weniger gegen technische Aspekte, sondern vielmehr gegen die kreative Vision. Aus Carters Sicht habe Bethesda möglicherweise „einen Teil zu viel“ entwickelt und dabei den ursprünglichen Kern der Serie aus den Augen verloren.
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Ein wiederkehrendes Thema in Carters Aussagen ist die Qualität der Texte. Zwar schätzt er sowohl Fallout als auch The Elder Scrolls, doch insbesondere bei neueren Ablegern vermisst er erzählerische Tiefe und Konsequenz.
Selbst Skyrim, das von vielen Fans als Meilenstein gefeiert wird, bezeichnet Carter eher als sehr gutes, aber nicht herausragendes Spiel. Für ihn sei klar, dass beiden Reihen neue Autoren guttun würden, um wieder stärkere Identitäten zu entwickeln.
„Die Qualität der Texte hat stark nachgelassen. Ich weiß, dass ein Unternehmen neue Dinge ausprobieren muss, aber Fallout 76 richtet sich an ein bestimmtes Publikum, aber nicht an diejenigen, die ein Fallout-Spiel für Einzelspieler spielen möchten.“
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Mit Fallout: London habe sein Team ganz gezielt einen anderen Weg eingeschlagen. Carter erklärt, dass man sich stilistisch stark am ersten Fallout von 1997 orientiert habe - einem Spiel, das für ihn bis heute die prägendste Identität der Reihe besitzt.
Während Bethesda die Serie seiner Meinung nach zunehmend humorvoller und teils slapstickartig auslegt, setzte Fallout: London bewusst auf eine düstere, realistischere Atmosphäre.
„Alles hat seine Vor- und Nachteile, aber bei Fallout: London waren wir uns einig, dass wir es düsterer und realistischer gestalten wollten, weil Fallout genau das ist, und ich glaube, Bethesda geht in die entgegengesetzte Richtung.“
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Abschließend spricht Carter über seine persönliche Vorliebe für die frühen Themen und Stimmungen der Serie. Obwohl er Fallout 4 durchaus schätzt und auch der Fallout-TV-Serie etwas abgewinnen kann, fühlt er sich deutlich stärker zur rauen, bedrückenden Atmosphäre der Anfangsjahre hingezogen.
Als Vergleich nennt er die Serie Silo, die für ihn tonal näher an dem liege, was Fallout ursprünglich ausgezeichnet habe. Seine Aussagen zeichnen das Bild eines Entwicklers, der die Marke liebt, gleichzeitig aber fürchtet, dass sie sich zu weit von ihren Wurzeln entfernt.
Wie Bethesda auf diese Kritik reagiert und welchen Kurs Fallout 5 einschlagen wird, bleibt vorerst offen.
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