Das Studio Ballistic Moon, verantwortlich für das Until Dawn Remake, ist offiziell geschlossen. Regierungsunterlagen bestätigen das Aus nach schwachen Verkaufszahlen, Kritik am Vollpreis und enttäuschenden Spielerzahlen.
Vom Kult-Horror zum Remake-Projekt
Als Sony und Supermassive Games im Jahr 2015 das PS4-exklusive Until Dawn veröffentlichten, entwickelte sich der interaktive Horror-Titel schnell zu einem der prägendsten Genrevertreter seiner Konsolengeneration.
Fast zehn Jahre später sollte dieser Erfolg erneut aufgegriffen werden. Im Oktober 2024 erschien daher ein technisch modernisiertes Remake von Until Dawn für PS5 und PC. Für die Entwicklung wurde sogar ein neues Studio gegründet: Ballistic Moon. Die Aufgabe des Teams bestand darin, das Spiel mithilfe der Unreal Engine 5 optisch und technisch auf den neuesten Stand zu bringen.
Doch bereits rund um den Release tauchten erste Berichte auf, die ein problematisches Bild der Studiostruktur zeichneten.
Regierungsunterlagen bestätigen das Ende des Studios
Wie GamingBolt berichtet, sorgen inzwischen offizielle Dokumente aus Großbritannien für Klarheit. Diese bestätigen, dass Ballistic Moon inzwischen tatsächlich aufgelöst wurde.
Damit endet die Geschichte des Studios deutlich früher als ursprünglich geplant. Eigentlich sollte das Team langfristig als neuer Horror-Spezialist im Umfeld von Sony etabliert werden und damit in die Fußstapfen von Supermassive Games treten.
Kritik an Preis und Änderungen
Bereits vor dem Release stand das Remake unter besonderer Beobachtung der Community. Während das ursprüngliche Until Dawn mittlerweile Kultstatus genießt, wurde die Entscheidung für eine Neuauflage häufig infrage gestellt.
Ein zentraler Kritikpunkt war dabei der Vollpreis von rund 70 Euro, den viele Spieler für ein Remake eines relativ jungen Titels als zu hoch empfanden.
Auch spielerische Änderungen sorgten nicht überall für Begeisterung. Neben der neuen Third-Person-Kamera wurde insbesondere das veränderte Sounddesign kritisch diskutiert.
Zusätzlich trübten technische Probleme und Bugs zum Verkaufsstart den Eindruck weiter.
Schwache Spielerzahlen auf Steam
Auch die Resonanz der PC-Spieler*innen fiel deutlich kleiner aus als erwartet. Auf Steam erreichte das Remake laut Daten lediglich rund 2.600 gleichzeitig aktive Spieler*innen in der Spitze.
Diese Zahlen blieben weit hinter den Erwartungen zurück und galten als ein weiterer Hinweis darauf, dass sich das Projekt wirtschaftlich schwer tat.
Probleme bereits vor Release sichtbar
Dass das Studio letztlich schließen würde, kam für Branchenbeobachter nicht völlig überraschend. Schon im März 2025 kursierten Berichte, laut denen Ballistic Moon „faktisch geschlossen“ sei.
Bereits Monate zuvor hatten erste Entlassungen stattgefunden:
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Rund 40 Mitarbeiter*innen verloren im September 2024 ihre Jobs - noch vor Veröffentlichung des Remakes
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Im Dezember folgte eine zweite Kündigungsrunde mit weiteren 20 gestrichenen Stellen
Kurz darauf wurde auch der Support für das Remake komplett eingestellt, weshalb gemeldete Fehler bis heute nicht mehr behoben wurden.
https://2playerz.de/p/project-heartbreak-firesprites-geheimnisvoller-ps5-titel
Hinweise auf möglichen Nachfolger
Für Fans der Reihe gab es im Remake dennoch einen kleinen Hoffnungsschimmer. Die Neuauflage enthielt zusätzliche Szenen sowie ein überarbeitetes Ende, das deutliche Hinweise auf eine mögliche Fortsetzung lieferte.
Gerüchten zufolge könnte ein weiteres Until Dawn bereits bei Firesprite entstehen, einem Studio aus dem PlayStation-Umfeld. Hinweise darauf tauchten im vergangenen Sommer unter anderem in Stellenanzeigen auf.
Eine offizielle Stellungnahme von Sony zur Schließung von Ballistic Moon steht bislang allerdings noch aus.
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